Wer ist das Spiegelmädchen eigentlich? Darum geht’s!

Das Spiegelmädchen ist ein Teil meiner Seele, als Spiegel einer ziemlich verwirrten Welt in der wir uns Gedanken über unsere Ansprüche und Werte machen sollten.

Ich denke, dass wir Menschen oft Spiegel unserer Umgebung sind und deren Werte oft bewusst und unterbewusst ins uns tragen. Unser Umfeld kann uns negativ und positiv beeinflussen, genauso können unsere Werte und das Denken über uns und andere Menschen durch unseren Alltag beeinflusst werden. Das, was wir konsumieren und aufnehmen wird verarbeitet und gewertet, sowas wie, das ist schlecht oder das ist gut. Unsere Werte hängen von dem ab, was wir als unsere Wahrheit ansehen. Unsere Wahrheit ist unsere Brille, durch dessen Filter wir die Welt entdecken und welche sie zu einem schönen oder traurigen Ort machen kann. Der Filter ist jedoch heutzutage sehr verzerrt, durch Social Media, Werbung und gesellschaftliche Normen bekommt man oft zu sagen wie man zu sein hat und sein Leben gestalten sollte. Einem wird gesagt, wie man zu Essen hat, wie man sich bewegen soll oder wie die perfekten Morgen und Abendroutine auszusehen haben. Man vergleicht sich und denkt vielleicht, wenn man genauso aussieht wie XY und genauso lebt wie XY, dann ist man glücklich. Man beginnt vielleicht einen Lifestyle oder Trend zu spiegeln und verliert sich dabei immer mehr in irgendwelchen Zwanghaften Routinen. Die Routinen machen einen unglücklich und jeden Tag irgendwie gleich. Oder man denkt vielleicht, das man nichts erreicht hat, weil man nicht so aussieht wie XY. Doch dem MAINSTREAM hinterher zu rennen kann auf Dauer nicht glücklich machen, wenn es nicht deinem Wesen entspricht.

Die Angst vor Veränderung im Außen hält uns in alten Mustern und Strukturen fest, genauso wie wenn man zu sehr in der Vergangenheit oder Zukunft lebt. Die Vergangenheit loszulassen und seinen Frieden damit zu schließen ist wichtig, um den Istzustand zu akzeptieren und in der Gegenwart zu leben. Alles, was Ist darf sein. Du bist genauso gut, wie du bist. Doch Stillstand ist Tod und Veränderung ist Leben. Angst vor Veränderung, ist Angst vor dem Leben. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die große Angst vor Veränderungen hat. Aber wir müssen nicht so bleiben wie wir sind. Wir dürfen älter werden. Wir dürfen altes Loslassen und Abschied nehmen. Denn das Leben ist ein ständiges Ankommen und Abschied nehmen.

Hierzu ein schönes Gedicht von Hermann Hesse:

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

 


Aber kleiner Reminder: Alles, was ich schreibe sind meine eigenen Ansichten und Erfahrungen und können für jede einzelne Person komplett anders aussehen und können sich auch für mich immer wieder ändern. Das Leben ist ein Prozess und wir verändern uns mit ihm. 

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